FDP Hochsauerlandkreis

Pressemitteilungen vom 18.10.2011:

Ergänzungen zum Änderungsantrag

Wir beantragen, die Beschlussfassung zum Medizinstipendium Hochsauerlandkreis auszusetzen und die Verwaltung zu beauftragen, Handlungsalternativen zum Abbau des Ärztemangels im Hochsauerlandkreis zu entwickeln.


Begründung:

Die Expertenanhörung zur gemeinsamen Sitzung des Gesundheits- und Sozialausschusses sowie des Ausschusses für Wirtschaft, Struktur und Tourismus hat wichtige Erkenntnisse zum Ärztemangel im Hochsauerlandkreis ergeben und Handlungsbedarf aufgezeigt.

Es wurde deutlich, dass ein beabsichtigtes Medizinstipendium Hochsauerlandkreis ein mögliches Instrument ist, den Ärztemangel in unserer Region zu beheben.

Gleichzeitig ist aber deutlich geworden, dass dieses Instrument nicht geeignet ist, die bereits bestehende und bis zur Landesebene festgestellte Unterversorgung in Hallenberg und Marsberg, die drohende Unterversorgung in Bestwig, sowie weitere Mangelentwicklungen in anderen Städten und Gemeinden des Hochsauerlandkreises zeitnah abzustellen.


Wesentliche Mängel, die sich aus der Expertenanhörung ergeben haben bzw. bestätigt wurden:

1. Die Ausschreibung für das Medizinstipendium ist fachspezifisch und geografisch nicht geeignet, den Ärztemangel in den ländlichen Gebieten des Hochsauerland-kreises zu beheben.

Wir brauchen in erster Linie Hausärzte, die ein breites Spektrum medizinischer Behandlung abdecken können. Bereits bestehende Schwächen in der hausärtzlichen Versorgung wurden aufgezeigt.

Der überpropotionale Versorgungsgrad in anderen medizinischen Fachrichtungen wurde klar belegt.

Die medizinische Versorung ist insbesondere im Siedlungsdreieck Arnsberg-Sundern und Meschede überpropotional gut, während sie weiter nach Osten deutlich abnimmt.

Hier differenziert das gegenwärtig geplante Medizinstipendium in keinster Weise.


2. Das geplante Medizinstipendium konkurriert mit den durch verschiedene Krankenhäuser im Hochsauerlandkreis bereits ausgelobten Stipendien.

Der Hochsauerlandkreis ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der Krankenhäuser im HSK, war wesentlicher Impulsgeber für das Projekt “DoktorJob”. Es kann nicht sein, dass wir hier untereinander durch Abweichungen von Förderbestimmungen konkurrieren.


3. Wirkungen des Medizinstipendiums greifen eher langfristig

Kann ein(e) Medizinstudent (in) für ein Stipendium gewonnen werden, wird er/sie frühestens nach 8 bis 10 Jahren in der medizinischen Versorgung im Kreisgebiet zur Verfügung stehen.
Ob in so frühen Jahren eine Lebensplanung unverändert bleibt, muss in Frage gestellt werden.

Nicht dass das Stipendium zurückgezahlt wird, ist das schlimmste Szenario, sondern dass keine Verbesserung der ärztlichen Versorgung erreicht wird.

Der hausärztliche Mangel ist jedoch bereits Realität.



Wir sehen die medizinische Versorgung für den Hochsauerlandkreis als Daseinsaufgabe, in der der Kreis, zusammen mit seinen Städten und Gemeinden und zusammen mit weiteren Akteuren des medizinischen Gesundheitswesens kooperieren muss.


Die medizinische Versorgung ist ein wichtiger Standortfaktor, für den ggf. öffentliche Haushaltsmittel aus dem Gebiet der “Freiwilligen Leistungen” bereit gestellt werden müssen. Die Konkretisierung der Hilfe muss aber deutlich werden.


Hier gilt der Grundsatz, Gründlichkeit vor Schnelligkeit.



Wir sind der Überzeugung, dass es zur Beseitigung des Ärztemangels im Hochsauer-landkreis außerhalb eines Medizinstipendiums noch andere Handlungsalternativen gibt, die im Benehmen mit den verschiedensten Akteuren erarbeitet und zur Beschlussfassung vorgelegt werden können.
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